Germanic Languages | Dt Lt: Seit Der Romantik
G404 | 23638 | Weiner


G404 Deutsche Literatur seit der Romantik (3 cr.)
Prerequisite: G305 or G306
BHxxx; MTWR 9:30-10:45
Professor Marc A. Weiner
Sprechstunden: W 11:00-12:00 (mit Ausnahmen); F 110-12:00; und nach
Verabredung
BH668; tel. 5-2033; weiner@indiana.edu


Thema: “Liebestod”


Etwas Merkwürdiges läβt sich in den letzten zweihundert Jahren
deutscher Kulturgeschichte erkennen, das zu den unterschiedlichsten
Ausformungen gefűrt hat: eine Faszination mit der Beziehung zwischen
einer leidenschaftlichen Hingabe an eine geliebte Person und einem
Verlangen nach der Auslöschung der eigenen Individualität, des
Selbst, der Grenzen des Ichs.  Genau dieses Etwas—in den
verschiedensten Gestalten--wollen wir in diesem Intensivkurz
untersuchen.  Im Mittelpunkt des Kurses steht also die Untersuchung
von dem archetypischen Dualismus von "Eros und Thanatos”—Liebe und
Tod--, der einerseits als Reaktion auf den Schock der Erkenntnis der
Grenzen zwischen Idealisierung und Wirklichkeit zurückgeführt werden
kann, aber auch andererseits eine enge Beziehung zwischen einer
Liebe, die in dieser Welt unerträglich zu sein scheint, und dem
Bedürfnis, dafür das irdische Leben zu verlassen darstellt.  Dabei
behandeln wir Werke unterschiedlicher Gattungen: Lyrik (Müller,
Platen, Heine, Rilke), Kunstlied (Schubert, Schumann), Novelle
(Hofmann, T. Mann), Oper (Strauss), Musikdrama (Wagner), sowie
theoretische Texte (Schopenhauer, Illouz, Luhmann, Bronfen).

Unterrichtssprache ist Deutsch, aber gelegentlich darf auch auf
Englisch gesprochen werden, wenn wir nur dadurch zu einem
allgemeinen Verständnis kommen.  Statt eines längeren Referats (=
Papers) am Ende des Semesters wird jeder Student gebeten, die
Ergebnisse einer eigenen Untersuchung (= independent research
project) in der letzten Woche des Kurses vor der Klasse vorzutragen
(Dauer: ungefähr zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten + Diskussion)
(auf Englisch, wenn Sie wollen), deren Inhalt vorher mit dem Leiter
des Kurses abgesprochen werden soll.

Semesternoten gründen auf vier gleichwertigen Komponenten: einer
Prüfung in der Mitte des Kurses (am 31. März); einer Schluβprüfung
in der ersten Maiwoche (beide halb auf Deutsch, halb auf Englisch);
dem vorgetragenen Referat; und der Dikussionsteilnahme.